Teil 2 im Unverhüllt Podcast
Wie du deinen Partner für eine große Idee gewinnst
Der zweite Teil des Gesprächs bei Catharina Josephin. Über den Shitstorm auf Teil 1, über die Ängste unterwegs und über das, was zwischen euch lebendig bleiben muss.
Catharinas Fragen
„Was war das für ein Clip, der diesen Shitstorm ausgelöst hat?“ 02:39
„Wie habt ihr es angestellt, dass Juliane sich dabei nicht benachteiligt gefühlt hat?“ 12:41
„Euer Sohn war ein Jahr alt. Was hat dich in der Zeit getragen?“ 16:47
„Wie kriege ich meinen Partner für so eine Idee mit ins Boot?“ 20:11
„Vor welche Herausforderungen hat euch das Auswandern als Paar gestellt?“ 34:28
„Wie geht ihr gemeinsam durch so eine tiefe Angst?“ 43:21
„Wie haltet ihr das lebendig, wenn ihr rund um die Uhr Familie seid?“ 56:35
Ein Clip aus Teil 1 hat einen Shitstorm ausgelöst. Hier sprechen wir darüber, was er über uns alle zeigt.
Juliane & Marcus bei Catharina Josephin, Teil 2. Spieldauer ca. 1 Stunde 8 Minuten. Auf YouTube ansehen · Zurück zu Teil 1
Was wir im Gespräch sagen
Die Kernpunkte
Nach dem ersten Gespräch ging ein kurzer Clip um: Marcus wollte vier bis acht Wochen mit einem Freund losfahren, der gemeinsame Sohn war knapp ein Jahr alt. Die Kommentare waren eindeutig. Egoismus. Wie er sich das herausnehmen könne.
Wir nehmen diese Empörung ernst, denn darunter liegt fast immer dieselbe alte Erfahrung: du bist als Kind mit etwas aufgetaucht, das dich begeistert hat, und wurdest dafür kleingemacht. Wer das kennt, hält es schwer aus, wenn ein anderer sich etwas erlaubt.
Für uns war der entscheidende Punkt nicht die Reise. Entscheidend war, dass Marcus sofort damit kam, als Keim und nicht als fertiger Plan. Damit wurde es in derselben Minute ein gemeinsames Projekt. Ob die Fahrt am Ende stattfand, ist fast nebensächlich.
- Tauche sofort damit auf. Es geht nie zeitiger als jetzt. Je länger du allein planst, desto fester hängst du daran und desto härter trifft es den anderen.
- Bring das Gefühl, nicht die Lösung. „Da ist etwas, das mich anzieht“ öffnet. Ein fertiges „wir wandern nach Slowenien aus“ stellt vor vollendete Tatsachen.
- Sag deine Angst gleich dazu. Ich möchte dir etwas erzählen, und ich habe Angst, was das mit uns macht. Dann gibt es für den anderen nichts abzuwehren.
- Rüste dich nicht für einen Kampf. Sonst trifft dein Partner auf einen Gegner in einem Streit, von dem er bis eben nichts wusste. Genau daran scheitert es.
- Verwechsle Einwände nicht mit Ablehnung. Seine Fragen können seine Art sein, mitzugestalten. Nimm sie mit und prüfe, ob dein Impuls bleibt, sich wandelt oder sich auflöst.
- Hört auf, Gerechtigkeit aufzurechnen. Nicht „du musst genauso viel“, sondern: ich bin überfordert, lass es uns zusammen lösen. Bei uns war die Antwort ein Mietwagen, kein Streit.
- Macht jeden Tag einen Check-in. Keine Logistik, keine Reiseroute. Nur ihr beide und das, was heute zwischen euch da ist.
Unterwegs fällt jedes Netz weg. Kein Arzt um die Ecke, keine Großeltern, zwischendurch keine Sicherheit beim Geld. „Damit umgehen“ trifft es nicht, denn um etwas herumgehen hilft nichts. Es geht nur hindurch.
Das oberste Ziel heißt seitdem: das System muss sich entspannen können. Alles, was gerade da ist, braucht Raum. Marcus sorgt für Sicherheit, indem er verlässlich bleibt und sagt, woran Juliane bei ihm gerade ist. Juliane benennt die Angst und fühlt sie zu Ende, bis sie sich löst.
Woran ihr merkt, dass etwas zwischen euch hängt: das Kind dreht durch. Kinder tragen nach außen, was zwischen den Eltern keinen Ausdruck findet. Dann halten wir an, setzen uns hin und machen einen Check-in. Danach spielt er wieder.
Und dann ist da die Körperlichkeit. Sie fängt nicht im Bett an, sondern beim Blick und beim Lächeln. Fehlt eine der beiden Ebenen, das Reden oder das Anfassen, geht es auseinander. Darauf könnt ihr euch verlassen. Wer auswandert und hofft, dass sich das unterwegs von allein regelt, hofft vergeblich. Fangt jetzt damit an, nicht dort.
Das Gespräch ist im Unverhüllt Podcast von Catharina Josephin erschienen. Danke für die Einladung und für die Fragen.
Wollt ihr das bei euch bewegen?
Genau solche Situationen besprechen und bewegen wir täglich mit unseren Mitgliedern im Inner Circle.
Wir sind täglich und persönlich für dich da. Darüber hinaus gibt es mehrere Calls im Monat, eine wachsende Bibliothek kurzer Video-Inputs, alle Aufzeichnungen zum Nachschauen und eine tolle Community!