Frage aus dem Inner Circle
Wenn Geld sich wie Abhängigkeit anfühlt
Eine Frage aus unserer Community. Und unsere Antwort darauf.
Eure Frage
„Ich bin seit vielen Jahren verheiratet und habe mich über lange Zeit darauf verlassen, dass mein Mann unsere Finanzen regelt. Heute merke ich, wie sehr mich diese Abhängigkeit belastet. Ich habe kaum Einblick, fühle mich bei Geldentscheidungen außen vor und erlebe unsere finanzielle Situation zunehmend als ungerecht.
Wenn ich versuche, darüber zu sprechen, eskaliert es schnell. Ich fühle mich angegriffen, nicht ernst genommen und verliere mich dabei immer mehr in einem Gefühl von Hilflosigkeit und Wut. Gleichzeitig schäme ich mich, weil ich mir kaum erklären kann, wie ich in diese Situation geraten konnte.
Ich möchte aus diesem Gefühl der Abhängigkeit herauskommen, weiß aber nicht, wie ich meine Eigenständigkeit stärken kann, ohne dass unsere Beziehung daran zerbricht.“
Im Video erfährst du, was wir selbst in dieser Situation wahrnehmen und wie wir heute anders damit umgehen.
Juliane & Marcus antworten. Spieldauer ca. 13 Minuten.
Unsere Rückmeldung
Was du jetzt tun kannst
Unabhängigkeit ist eine Bewegung unserer Zeit und berührt auch unsere Beziehungen. Die dahinterliegende Frage ist interessant: Wie kann ein gemeinsames Leben funktionieren, wenn wir unabhängig voneinander sind?
Wenn wir vollkommen unabhängig voneinander wären, gäbe es kein Gemeinsam, oder nur ein sehr kleines.
Gerade beim Thema Geld wird diese Spannung besonders deutlich.
Geld berührt etwas sehr Existentielles: Es steht in unserer heutigen Zeit für Sicherheit, Freiheit, Handlungsspielraum.
Die Angst, nicht selbst darüber entscheiden zu können, lässt das Gefühl entstehen, (dem anderen) ausgeliefert zu sein.
Deshalb laden wir dazu ein, beide Dinge tatsächlich einmal voneinander zu trennen.
Zum einen: Was macht der Gedanke von Abhängigkeit eigentlich mit mir? Was genau daran fühlt sich so bedrohlich an?
Und zum anderen: Was berührt Geld in mir?
Wenn wir diese beiden Ebenen miteinander vermischen, wird es sehr schwer, überhaupt noch klar zu sehen, worum es eigentlich geht.
Wir können nicht sagen, wie ihr euer Geld regeln sollt. Dafür gibt es unendlich viele Möglichkeiten, und jedes Paar findet seine eigene. Entscheidend ist etwas anderes: was diese Situation mit dir macht.
Darum geht es in erster Linie. Über Geld und das Gefühl von Abhängigkeit sind beides keine leichten Themen, aber es lohnt sich unbedingt, sie anzusprechen!
- Frag dich zuerst, was sich verändert hat. Nicht an der Regelung, sondern in dir. Wo kommt dieses Gefühl her, und was liegt dahinter?
- Geh mit dem Gefühl zu ihm, nicht mit der halben Lösung. Wer mit einem fertigen Vorschlag ankommt, übergeht sein Gegenüber und die Einigung, die ihr hattet.
- Lass das Ziel „unabhängiger werden“ los. Das Gefühl wird so weiter in dir bestehen. Erlaube dir vielmehr einmal, dir vorzustellen, was ist, wenn es so ist und so bleibt?
- Rechne damit, dass er dieses Problem gar nicht hat. Für ihn läuft alles. Dass daran etwas falsch sein soll, trifft ihn unvorbereitet.
Es kann gut sein, dass am Ende gar keine Regelung geändert werden muss. Es kann auch sein, dass sich vieles ändert. Beides ist in Ordnung. Was nicht funktioniert, ist die Sache zu diskutieren, während das Eigentliche unausgesprochen bleibt.
Prüft eure Absprachen von Zeit zu Zeit. Eine Regelung, die jahrelang gut war, darf geändert werden.
Du bist mit deinen Fragen nicht allein!
Genau solche Situationen besprechen und bewegen wir täglich mit unseren Mitgliedern im Inner Circle.
Wir sind täglich und persönlich für dich da. Darüber hinaus gibt es mehrere Calls im Monat, eine wachsende Bibliothek kurzer Video-Inputs, alle Aufzeichnungen zum Nachschauen und eine tolle Community!